Montag, 8. April 2013

Être paumé in Translation aber 幸せ: Hippo Family Club

  Être paumé in Translation aber 幸せ:

Hippo Family Club

Na, wer kann das übersetzen? Bitte unten ins Kommentarfeld schreiben! =)

Ich war dieses Wochenende bei einem großen Hippo Family Club Treffen. Da es dieses Konzept in Deutschland nicht gibt eine kurze Vorstellung:

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 http://www.hipposingapore.org/about_hippo_family_club/images/hippo_hippo_family_club_pic01.gif
Der Hippo Family Club wurde in den 80ern gegründet und ist ein Programm, dass allen Menschen den Zugang zu Sprachen ermöglichen will. Das Besondere: Man trifft sich wöchentlich in Kleingruppen, den sogenannten Familien und singt, spricht und spielt zusammen Spiele. Dabei ist es wichtig, dass keine Schulatmosphäre aufkommt. Heißt: Kein stumpfes Auswendiglernen von Vokabeln. Keine sofortige Korrektur von Fehlern. Natürlich sollten heutzutage Schulen auch nicht mehr so gestaltet sein, aber ich denke ihr wisst, was ich meine... =)

Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren rasen also zum Beispiel durch den Raum, während eine Musik-CD mit einem deutschen Kinderlied (z.B. Anne Kaffeekanne) läuft und suchen nach einer Farbe, die gerade auf Thai, Spanisch, Italienisch oder auch deutsch angesagt wurde, um sie anzutippen und so sicher vor dem Fänger (eine Person jagt alle, die die Farbe noch nicht gefunden haben) zu sein. Es gibt unzählige solcher Sprachspiele und das Konzept dabei ist: Ob jung oder alt, es sollchen diverse Sprachen gleichzeitig gelernt werden. Und zwar so wie Kleinkinder ihre Muttersprache lernen: Durch ausprobieren in einem sicheren Raum. Das Konzept geht auf 30 Jahre Forschung zurück, die von einem japanischen Institut, zusammen mit dem MIT und Harvard geleitet wurden. Das ganze hat also System!

Und nun kommt der Knaller: Es werden nicht etwa 3 oder 5 oder gar 8 Sprachen gleichzeitig gelernt. Nein, es werden bis zu 21 Sprachen gelernt!!! =D Nämlich diese hier:
Französisch, Mandarin, Deutsch, Koreanisch, Spanisch, Japanisch, Englisch, Italienisch, Russisch, Thai, Malayisch,Portugiesisch, Indonesisch, Kantonesisch, Arabisch, Hindi, Schwedisch, Vietnamesisch, Swahili, Türkisch und Taiwanesisch. Aber die müssen natürlich nicht alle bearbeitet werden. Das Motto lautet: Jeder kann 7 Sprachen sprechen! Das ist also zunächst das Ziel.

Und wer gut aufgepasst hat fragt jetzt: Wieso Japanisch? Das können die Japaner doch! Der Hippo Family Club ist mitterweile lange keine nationale Sache mehr. Es gibt Hippo Gruppen in den USA, Mexico und Süd Korea. 

Man trifft sich also in seinen Hippo Familien, jeder hat einen Hippo Spitznamen (Hi, ich bin PekoChan! Peko= hungrig *g*) und Zuhause hört man so viel es geht Hippo CDs mit Liedern oder Geschichten. Die Geschichten sind dann immer die Gleichen, aber auf den verschiedenen Sprachen. Dabei spricht man mit und durch das viele Hören soll die Sprachkompetenz systematisch erhöht werden. Zusätzlich werden Homestayprogramme angeboten. So bin ich auch an meine Gastfamilie gekommen. 

Nicht nur Kinder (aber vor allem diese), sondern auch ältere Mitglieder reisen rund um die Welt und möchten andere Kulturen kennenlernen und dabei ihre sprachlichen Fähigkeiten erproben. Die Kinder bleiben meist etwas länger 1/2 - 1 Jahr, die Erwachsenen haben nicht so viel Zeit und sind dann etwa 1-2 Wochen in einer Gastfamilie untergebracht. 
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Jetzt wo ihr wisst, was der Hippo Family Club ist: Zurück zum eigentlichen Thema. =) Ich war am Wochenende bei einem großen Treffen, das einmal im Jahr durchgeführt wird. Wir waren 161 Leute und das ganze ging über zwei Tage, also mit Übernachtung. 

Das Center, wo alles stattfand, war direkt am Meer gelegen und direkt nebenan war ein wunderschöner kleiner Schrein mit unzähligen Steinfüchsen. Füchse stehen in Japan übrigens für Klugheit. 







Um zwei Uhr Samstag Mittag sammelten wir uns alle in der großen Eingangshalle. Dann haben wir uns ordentlich in Reihen (immer nach Hippo-Familie) auf den Boden gesetzt. Ordnung muss sein. ;-)
 Es folgte vom Hausmeister eine ausführliche Erklärung, was alles nicht erlaubt ist und  abschließend zeigte er mit einem Minibettset genau, wie man die Betten machen sollte. Das habe dann sogar ich verstanden. 




Unser Zimmer war ein 8 Bettzimmer und natürlich auch hier vorhanden: Für jeden einen Helm, falls es ein großes Erdbeben gibt. Kleine sind ja hier z.Z. Tagesordnung, die bekomme ich kaum noch mit. Es gab sogar ein Badehaus, wo man sich wie in einem Onsen/Sento auf einem Minihocker duschen und dann in einem riesigen superheißen Becken baden konnte. Wunderbar!




 Es folgte Programm 1: Erste Warm-Up Spiele und eine Live Band begleitete das Ganze. Alle hatten sehr viel Spaß! =D


Wir mussten leider gerade dann gehen als ein deutsches Spiel gestartet wurde: Es ging anscheinend um Rechenzeichen, also Plus, Minus, Mal und Geteilt. Wenn diese angesagt wurden, musste man die entsprechende Pose einnehmen. Leider kam ich dazu nicht mehr, denn jeder hatte bestimmte Aufgaben. Meine Gastmama und ich waren in der Currygruppe. Heißt: Für alle 161 Menschen das Abendessen kochen: Curry. Dazu noch Beilagen. Es hat aber viel Spaß gemacht und ich konnte bei 2 kg Zwiebeln meine Schneidetechnik optimieren und meinen Heulreflex untrerdrücken.

Das Beste war aber der Curryduft. Ich LIEBE japanisches Curry einfach! Wir hatten alle viel Spaß beim zubereiten und immer wieder wurden Fotos mit mir gemacht. Entweder in Gruppen (Peace Zeichen nicht vergessen!) oder zu zweit. Auch ich allein am großen Topf war anscheinend interessant genug für ein Foto. Eine Dame meinte, dass ich mit meinem Kleid am Topf aussehe, wie aus der Werbung. XD


SchoScho (aus China) und ich am Topf.

Unscharf? Egal! Die Fotostimmung kommt hier gut rüber. =)
Und das soll dann wohl die Werbeanzeige sein. *g*
Nach gut zwei Stunden konnten wir dann endlich essen und es war SUPERLECKER! Es folgte Programm 2, aber viel interessanter wurde es danach: Nomunication! Nomu (trinken) + communication. Das ist DAS japanische Wort für das, was Abends in den Kneipen nach der Arbeit passiert: Gesellschaftlichen Trinken, bei dem selbst der steifste Japaner locker wird. 

Im Hippo Club sind die Menschen ohnehin schon sehr offen und freundlich, aber an diesem Abend wurde es getoppt. Die Tische waren voll von Snacks, die alle mitgebracht hatten und es wurde literweise Dosenbier, Tetrapackcocktails und hartes Flaschenzeug getrunken. Alle waren etwas enttäuscht, dass die Deutsche kein Bier trank. Dafür wurde ich überhäuft mit Snack und Trinkgeschenken, die ich doch alle probieren sollte. Ich kann gar nicht mehr aufzählen, was ich alles gegessen habe, aber ich bekam den dringenden Wunsch nach einem frischen, gesunden Salat. ;-)



Mein Highlight: Erbsenchips und Snackpommes! Die Erbsenchips schmecken so wie sie heißen und sind sehr crispy und wenig fettig. Die Snackpommes schmecken exakt wie die heißen von McDoof, nur dass sie kalt und knusprig sind. Dabei wurde betont, dass die Kartoffeln aus Hokkaido kommen. Scheint eine gute Anbaugegend zu sein. Auf jeden Fall sehr lecker!!!


Während des Essens und Trinkens wurde viel geredet und an unserem Tisch ging es vorrangig um Deutschland und Japan. Regionale Besonderheiten, Essen & Trinken und sprachliche Aspekte. Hierbei blieben wir beim japanischen und ließen unsere guten Sprachlernvorsätze beiseite. Wobei ich natürlich dabei viel Sprachtraining hatte... =)

 Die Stimmung war so locker, dass ich bei mir dachte, dass dieser inoffizielle Teil wohl das Herzstück des Hippo Treffens ist. Die Kinder schliefen, ein paar Jugendliche saßen noch in einer Ecke des Raumes (bloß nicht zu nah am Alkohol!) und redeten, aber die Eltern konnten nun einfach mal sie selbst sein und mussten keinen Pflichten oder Konventionen nachkommen. Sehr sympatisch.

Der Erdbeerdaiquiri (schreibt man das so?) und Sake zeigten ihre Wirkung und als alle noch am nomunizieren waren, bin ich um 12 Uhr ins Bett. Das Ganze ging wohl bis 3 Uhr nachts. Um 6 klingelte dann wieder der Wecker... 
    
Frühstück: Sandwiches, Süppchen, Salat und ein Saft. Danach ging es sofort zu Programm 3: Die Reflexion. Nur ein Spiel zum Start, dann wurde lange geredet. Erst in Kleingruppen und dann mit allen zusammen. Thema: Was haben wir erlebt? Was gelernt? Was beleibt offen und was beschäftigt uns? Natürlich wurde mir dann, als alle zuhörten das Mikrophon unter die Nase gehalten und ich musste dazu etwas auf Japanisch und Deutsch erzählen. Während Fotos von mir gemacht wurden (ich war zusammen mit einer Chinesin die einzige Ausländerin vor Ort) lobte ich die Veranstaltung und die Mitglieder. Einerseits gehört sich das so, andererseits war es wirklich nett. =)


Nachdem wir uns dann verabschiedet hatten (und noch Fotos gemacht wurden) kam eine Überraschung: Eine Ostereisuche!!!!

Ostern ist hier noch ganz neu und irgendwie exotisch. Worum es dabei eigentlich geht weiß keiner, aber Hasen sind süß und Eier anmalen macht Spaß. Also los geht's! =D


Es waren 100 Plastikkapseln im Park versteckt, in denen sich Nummern befanden. Dazu eine Sprache. Dann musste man mit seinem Zettel zu der Person gehen, die zuständig für diese Sprache war und die Nummer auf der angegeben Sprache ansagen. Wenn es richtig war durfte man sich Süßigkeiten oder angemalte Eier abholen. Wenn es falsch war hat man noch kurz geholfen und dann gab es natürlich auch Süßigkeiten. Natürlich war ich die Deutschprüferin und war erstaunt, als mir ein vierjähriger gleich alle Zahlen von 1-10 auf Deutsch aufsagte. In lupenreinem Deutsch. In diesem Fall scheint das Konzept aufzugehen.




Beim Üben: Öööööööööööööösterreich!


  
Als Grundlage zum Sprachenerwerb finde ich das Hippo System toll. Durch die lockere Atmosphäre traut man sich immer neue Sprachen auszuprobieren und anzuwenden. Zudem trifft man viele nette Menschen, die sehr weltoffen sind und fördert schon bei den Kindern eine offene Einstellung gegenüber anderen Kulturen. Um dann einzelne Sprachen locker sprechen zu können ist sicherlich weitergehendes Training nötig. Aber die Homestayprogramme helfen dabei auch schon sehr. Ich hatte ein wundervolles Wochende und bedanke mich bei allen Teilnehmern!
ありがとうごせいます!

Eure Kirschblütenfee 
aka PekoChan (ペコちゃん)

   

Kommentare:

  1. Ei ei wie lecker
    "Out of/Lost in translation

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  2. Ach so - daswar ich Uli
    ( außerhalb jeder übersetzung)

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  3. Richtig! Jetzt fehlt nur noch das Ende... =)

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