Dienstag, 12. März 2013

Hungrig durch Japan: Obento (gekauft)

In Anschluss an meinen Beitrag zu selbstgemachten Obentos (Klick mich!) möchte ich nun einen kleinen Einblick in die Obentos aus dem Supermarkt geben.

Obento (gekauft)

Ich bin immer wieder baff wie günstig man sich hier fertiges Essen im Supermarkt kaufen kann. In Deutschland würde ich mir nicht unbedingt fertiges Essen, am Besten noch mit Fisch oder Ei im Supermarkt kaufen. Wer weiß, wie lange es dort liegt? Wer weiß schon was da drinnen ist? Da ist die Magenverstimmung ja vorprogrammiert...

Hier habe ich damit kein Problem. Diese Fertigobentos werden zig fach verkauft, es kommt dauernd neue Ware nach und alles sieht immer sehr lecker und frisch aus. Zudem sind die Preise häufig wirklich günstig.

Mein erstes Fertigobento, was ich mir gekauft habe war natürlich Sushi. Wobei meine Gastmama nun sagen würde: Das ist kein Sushi! So ganz habe ich nun noch nicht verstanden, was dazu zählt und was nicht, aber Inari wohl nicht und Maki auch nicht. Ich nehme mal an, dass nur die Nigiri mit Fisch obendrauf echte Sushistücke sind. Aber da bin ich wirklich kein Experte! Jedenfalls kam ich stolz wie Bolle mit meiner "Sushiplatte" nach Hause und verkündete, dass ich mir Sushi für 300Yen gekauft hätte und alle fingen an zu lachen: "DAS ist doch kein Sushi!!!"

Okok, aber ein Obento. Obento ist einfach ein Essen für Unterwegs oder Zwischendurch.

Mein erstes Kein-Sushi-Obento sah dann so aus:
 


 Ihr seht vier kleine (Gurke und ?)und zwei große Maki, gefüllt mit Ei und Gemüse. Daneben Ingwer und oben zwei Inaritaschen, gefüllt mit Reis und obenauf Eispaghetti mit Garnele und rechts Minifische. Diese Minifische waren seltsamerweise ein Problem für mich. Ich esse hier täglich Fisch, aber irgendwie waren diese glibschigen Minifische, sammt ihrer starrenden Augen nicht gerade Appetit anregend... Ich beschloss meinen guten Vorsatz ALLES zu essen kurz mal über den Haufen zu werfen und nahm den Haufen Minifische vom Nicht-Sushi. Der Rest war wirklich super lecker und machte mich auch ausreichend satt. Und das für 300 Yen, also 2,40€ (übrigens: die Umrechnungen mache ich immer nach dem Tageskurs, also schwanken die Angaben!). TOP!

Weiter gehts, wieder für 300 Yen. Der rosa Reis ist eine sehr feste, etwas klebrige Angelegenheit. In den Maki ist Ei und Gurke und die Inari sind einfach mit Reis gefüllt. Etwas schlichter, aber dennoch lecker!



Auch Miniobentos gibt es, einfach ein kleiner Snack. Z.B. die Onigiri. Die sind dreieckig, bestehen aus Reis mit Nori (getrockneten Algen) drum herum und innen ist eine Überraschung. Naja, für die Japaner natürlich nicht. Die wissen genau, was die ganzen Beschriftungen auf den VIELEN verschiedenen Onigiri packungen bedeuten. Ich aber nicht, wenn dort Kanji stehen (also die chinesischen, schweren Schriftzeichen). Dies hier war in Katakana geschrieben und so wusste, worauf ich mich einlasse. Manchmal hole ich mir aber auch ein Überraschungs-Onigiri. Das Schlimmste, was ich dabei bekommen habe war Okaka. Schmeckt so wie es heißt. XD Es ist getrockneter Fisch, der wirklich sehr fischig/stark schmeckt. Die Japaner lieben es. Ich nicht. Okaka und diese Minifische von oben sind bisher die beiden einzigen Dinge, die ich hier nicht gern mag. Nun aber ein Beispielonigiri. Darauf steht: Black Pepper Chicken Mayo. Mal kein Fisch, da bin ich dabei. =)


Mit 105 Yen ein wunderbarer Snack, wenns mal schnell gehen muss. Allerdings ist hier Vorsicht geboten: Essen in Bus und Bahn ist verboten und auch auf der Straße, mal eben im Gehen zu snacken ist verpöhnt! Also IMMER mit dem Snack/Obento irgendwo eine Sitzgelegenheit suchen (am Besten etwas ruhiger) und dort essen. In Einkaufzentren gibt es hier fast immer einen großen Bereich, der voll ist mit Bänken und der zum Essen, Trinken und Füße ausruhen gedacht ist.

Letzte Woche waren meine Gasteltern einen Abend nicht Zuhause und ich sollte für mich und meinen Gastbruder Obento einkaufen. Einzige Ansage: VIEL! Mein Gastbruder isst sehr viel... =)
Ich bin also losgestiefelt und zwar um Punkt 18 Uhr. Wieso? Ab 18 Uhr werden in den Supermärkten die frischen Dinge reduziert. Und ob ich das Essen um drei kaufe und es dann bis 7 im Kühlschrank steht, oder ob ich es um halb 7 im Supermarkt aus der Kühlung hole ist ja egal. Also: Spart Yen! Da kann man wirklich tolle Schnäppchen machen! =D

Die Ausbeute meines Einkaufswahns sah dann so aus:


Die gelb, roten Sticker verraten es: Ich habe 300 Yen gespart! Damit ist das nächste Nicht-Sushi-Obento gesichert! =D

Unten links: Reis mit Gemüse und vorallem Fleisch und Fisch. Rechts unten: Reismischung mit Muscheln, dazu Ei und div. Gemüse. Oben die beiden runden Schüsseln, welche nach Salat aussehen sind dies gerade nicht. Ich dachte es wäre Ramen, da unten drunter Udon Nudeln auf ihren Einsatz warten:


Aber nein, es ist KEIN Ramen! Es heißt hiyashi tanuki udon (hiyashi: kalt, tanuki: diese kleinen Flakes und udon eben wegen den Nudeln) und die Udonnudeln werden mit einer mitgelieferten, kalten Soße übergossen. Dazu kommt das Ei, die Frühlingszwiebel, etc.. Fertig sieht es so aus (allerdings noch ohne Soße):


Zurück zum Übersichtsbild: Ganz rechts sind die Yaki-Gyoza. Es sind gebratene Teigtaschen, gefüllt mit Gemüse und Hack. Sehr lecker! Noch leckerer sind sie, wenn sie frisch aus der Pfanne kommen. Hier nochmal die kalte Variante, zum Essen können sie dann noch in Sojasoße gedippt werden (da bin ich immer dabei! Ich liebe Sojasoße!).


Und nun nochmal die Hauptessen in Nahansicht:



 Die Muscheln waren SUPERLECKER und auch der Rest muss sich nicht verstecken. Natürlich kann es nicht mit dem guten, selbstgemachten Essen mithalten, dass ich hier jeden Tag essen darf, aber wenn man mal keine Zeit hat ist es eine echte Alternative zur deutschen Fertigpizza... Man hat von Allem etwas und isst einigermaßen gesund. Allerdings war dieses Essen so gesund auch nicht, denn ich hatte natürlich zu viel gekauft und wir haben alles brav aufgegessen. Mottainai! Nichts verschwenden! Das ist das Motto meiner Gastfamilie. Meine Gastmama hatte sich auch als Mitbringsel aus Deutschland Ecobags gewünscht! Ecobags? Einfach unsere Stoffbeutel, die man zum Einkaufen benutzt. Hier wird nämlich alles zig mal in Plastik verpackt und es entstehen jeden Tag wahnsinnige Berge an Müll. Also: Mottainai! Nach dem Essen dachte ich, dass ich gleich platzen würde und machte mir dann doch noch meine Gedanken zu reduziertem Essen mit Muscheln. Aber: Alles gut! Keine Bauchweh oder Schlimmeres. =)
Hier die Übersicht über unseren "Abendbrottisch":

 
 Übrigens: Natürlich gibt es noch sehr viel mehr Obento im Supermarkt! Einmal habe ich mir z.B. gebratene Nudeln geholt. Auch steht immer eine Theke mit Frittiertem bereit. Und mit Frittiertem meine ich ALLES! Fisch, Fleisch, Gemüse und undefinierbare Dinge, die in einem Teigmantel gehüllt und frittiert werden. Dann kann man sich die Teile selbst zusammensuchen und in einen Plastikbehälter stecken. Dieses Mal habe ich mir an so einer Theke noch nichts geholt, da ich erstens nicht so sehr auf Frittiertes stehe und zweitens beim letzten Mal schlechte Erfahrung mit den frittierten Überraschungsdingen gemacht habe. Ich dachte, dass ich mir eine Aubergine gekauft hätte, aber nein, es war ein Stück Aal. =D

Also: Wenn ihr in Japan unterwegs sein solltet muss es nicht immer ein Imbiss oder Restaurant sein! Manchmal tut es auch ein gekauftes Obento. Günstig und lecker. 

Eure Kirschblütenfee 


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