Mittwoch, 27. Februar 2013

Sightseeing Japan: Cup Noodle Museum

Letztes Wochenende war ich mit meiner Gastfamilie im Cup Noodle Museum in Yokohama. Das Ganze ist fast eher ein kleiner Freizeitpark, als ein Museum. Oder es ist ein typisch japanisches Museum. Dafür muss ich erstmal andere Museen zum vergleichen haben. ;-)

Auf jeden Fall war es ein toller Ausflug und das Museum hat einige Besonderheiten, die ich euch nicht vorenthalten möchte.

Cup Noodle Museum

Das Cup Noodle Museum ist ein riesiges Gebäude am Hafen von Yokohama. Es öffnet um 10 Uhr und da wir an einem Sonntag dort waren sind wir zu 10 Uhr dort gewesen, damit wir die Menschenmassen umgehen. Entweder dies hat überhaupt nicht geklappt oder später wäre es noch voller gewesen. Schwer zu beurteilen. "Viele Menschen" hat sowieso in Japan eine ganz neue Bedeutung bekommen, wenn man mal zur Rush Hour mit der U Bahn fährt. Man fühlt sich wie ein Hering in einer Dose. So ähnlich war es auch, als wir am Museum ankamen.


Wir waren natürlich nicht die ersten und die freundlichen Mitarbeiter hatten vor dem Museum mit Bändern und Hütchen eine Schlange aufgebaut und zeigten einem freundlich, wo man sich hinstellen muss. Dabei gab es das Museumsprogramm zu lesen und eine Mitarbeiterin mit einem Mikro erzählte irgendetwas über die Dinge, die man dort erleben kann. Im Gebäude ging es dann nochmal genau so weiter. Lange Schlangen. 
Wie damals in Disney Sea...
Allerdings ging es dann dank der vielen Mitarbeiter und der durchorganisierten Japaner ziemlich schnell. Und los ging es: Ab ins Cup Noodle Abenteuer!

Zunächst schauten wir in einem Kino einen Film über den Erfinder der Cup Noodles: Momofuku, Andou. Ich bekam sogar eine englische Übersetzung ins Ohr und bin nun Cup Noodle Experte! =)
Und damit ihr heute auch noch etwas lernt die Kurzzusammenfassung:

Momofuku erfand zunächst Instant Ramen. Er wollte den Menschen Ramen geben, die sie schnell Zuhause zubereiten können und nicht erst den Teig fertig machen müssen. Die Frage war nur: Wie bekommt man die Nudeln haltbar??? Er grübelte ewig und sah dann seine Frau Tempura machen (Dinge frittieren). Nach einigen versuchen war klar: Frittierte Nudeln halten lange, da sie ihr Wasser abgeben und bei erneuter Wasserzufuhr wieder aufnehmen. 1958 war Chicken Ramen geboren.

Später wollte Momofuku den amerikanischen Markt erobern (bzw. wie es im Film so schön hieß: Er wollte allen Menschen die Möglichkeit zum schnellen Ramenerlebnis geben). Es stellte sich aber heraus, dass die Amerikaner das Produkt unpraktisch fanden. Man braucht eine Schüssel und Stäbchen. Beides hat man z.B. auf der Arbeit in Amerika nicht vor Ort (oder eher selten). Und wieder: Momofuku sah einen Amerikaner Kaffee trinken und tadaa, die Idee war geboren: Cup Noodle! Alles fertig im Becher. Man braucht nur heißes Wasser und kann die Nudeln dann mit einer Gabel essen. 1971 gab es dann die ersten Cup Noodles.

Etwa um 2000 rum erfand Momofuku im stolzen Alter von 95 (ich hoffe das ist so richtig, es waren vieeeele Informationen auf einmal) den Space Ramen! Nie gehört? Ich auch nicht. Aber Space Ramen ist ein Essen für Astronauten, dass genau wie Cup Noodles schmeckt und auch bei Schwerelosigkeit essbar ist. Und wieso das alles? Genau! Momofuku wollte, dass wirklich ALLE Menschen seine Cup Noodles essen können.

So, die Unterrichtsstunde ist vorbei. Weiter gehts!

Nach dem Kinofilm sah man nochmal detailliert an den Museumswänden die Geschichte der Cup Noodles (leichtes Déjà-vue) und man konnte Fotos mit Momofuku, einem riesiges weißen Cup Noodle Exponat und anderen Dingen machen. Muss ich noch sagen, dass diese Möglichkeit von VIELEN Menschen vor Ort genutzt wurde? 


Zudem war eine RIESIGE Wand mit ALLEN Cup Noodles aufgebaut, die es in der Geschichte gab. Am Ende taucht sogar Maggi auf. Scheint mit der Firma Nissin (Momofukus Firma). Und Kirschblüten Cup Noodles habe ich auch gefunden! =D







Das Beste kommt zum Schluss: My Cup Noodle Factory!!!


Für 300Yen kann man sich seinen eigenen Cup Noodle zusammen stellen. Das Ganze ist wie eine kleine Fabrik aufgebaut und natürlich mussten wir erstmal anstehen. Zwischen den einzelnen Schritten übrigens auch jedes Mal... Gelohnt hat es sich aber wirklich! Es war sehr lustig und ich freue mich schon darauf meinen Cup Noodle Becher zu essen. Natürlich mit Kirschblüten drauf... =)

Aber hier mal der Ablauf im Detail:
1. Schritt: Becher kaufen und Hände desinfizieren.
2. Schritt: Einem Platz zugewiesen bekommen und seinen Becher bemalen. Alle Leute, die hier zu sehen sind malen gerade! Yay!Leider habe ich kein gutes Foto von meinem Kirschblütenbecher. Der bunte, der später zu sehen ist, ist für meinen Mann. =)


3. Schritt: Becher abgeben und an einer Kurbel drehen. Richtig gelesen! Nun bekommt man die wichtige Aufgabe den Becher durch eine Kurbel einmal um 180° zu drehen, sodass die Nudeln mit dem Becher umgedreht werden. Schaut selbst:


4. Schritt: Die Zutaten!!! Zunächst wählt man eine Soße: Original, Curry, Seafood oder Chili-Tomate. Dazu kann man sich vier Zutaten auswählen. Meine Kombi: Original, Garnelen, Ei, Knoblauchchips und Mais. Meinem Mann habe ich kleine Herzen aus Fisch dazu getan. Die sieht man leider auf dem Foto nicht.


5. Schritt: Verpacken. Oder eher verpacken lassen. Erst wird der Deckeln versiegelt, dann kommt meine Plastiktüte um den Becher, der danach durch einen Miniofen wandert. Darin schrumpft die Plastiktüte und schmiegt sich eng an den Becher an. FERTIG!!!


















 Und weil man so einen Becher nicht einfach in seine Tasche packen kann und die Japaner es lieben unnötigen Müll zu produzieren wird der Becher noch einzeln in eine Tragetasche gelegt, die dann aufgepustet wird. So ist der Becher in der Mitte gefangen und man läuft mit der Werbung für das Museum durch die Stadt.












Langer Bericht viele Fotos, aber ihr habt sogar etwas über Momofuku gelernt. Holt euch erst einmal eine Packung Instant Ramen oder gleich ein Cup Noodle und denkt darüber nach wieviel Arbeit in so einem Becher steckt (vorallem, wenn man ihn selbst bemalen muss... *g*).

Und was sagt ihr: Wäre das ein Museum für euch? Oder wart ihr schon einmal dort? Mögt ihr Cup Noodle und wenn ja welche?

Ich habe in meiner Schulzeit z.B. Yum-Yum Nudeln trocken geknuspert... =)

Eure Kirschblütenfee

Kommentare:

  1. das hört sich total cool an, würde ich auch hingehen. und das mit dem selbermachen finde ich auch total cool. hätte ich auch direkt gemacht. nur was mich wundert, wieso manche leute solche weißenmundschutzdinger aufhaben. ich mag die nur mit huhn. allerdings sind das auch nur yum-yum nudeln. weiß also gar nicht wie insant ramen schmeckt^^*
    ich mag deine berichte und lese sie total gerne:) freu mich schon auf den nächsten.
    lg.janine

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    1. Liebe Janine,
      Das freut mich sehr!

      Wenn man so einen Blog schreibt, weiß man ja nicht, ob er wirklich gelesen wird. Da es immer ziemlich lange dauert einen Eintrag fertig zu machen ist es schön zu hören, dass sie auch gelesen werden. =)

      Ach, Yum-Yum ist ganz ähnlich! Und vielleicht findest du ja auch mal Cup Noodle im Asia Shop, dann kannst du selbst vergleichen.

      Der Mundschutz ist hier übrigens ganz normal. Man trägt ihn, wenn man z.B. erkältet ist, damit man niemanden ansteckt. Sehr vernünftige Einstellung finde ich. Deshalb trage ich auch Mundschutz, wenn ich erkältet bin. Auf dem Weg zur Arbeit tragen z.Z. etwa 1/3 aller Leute einen. Man ist da ja dann auch sehr eng aneinander... =)

      Liebe Grüße aus Japan!
      Die Kirschblütenfee

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  2. aah! mc donald. lecker,lecker.ramen damen kamen.

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  3. Da ich deinen Blog ja gerade erst entdeckt habe, arbeite ich mich jetzt durch alle Beiträge. Und nur wegen dir musste ich mir als Mittagessen heute eine Box Cup Noodles holen. Mit Tomatengeschmack! Und sie sind so lecker und ungesund wie eh und je.

    Danke dir!

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    1. Das höre ich gern! =D

      Dann viel, viel Spaß beim Lesen!

      Die Kirschblütenfee

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